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Nina Mathejczyk

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Wie wahre Verbindung kein Traum bleibt...

October 3, 2017

Insgeheim suchen wir doch alle nach dieser magischen Verbindung und Harmonie  à la Fury. Was sonst macht die Faszination Pferd aus? Schnell holt einen zu Beginn oft die Realität ein und es funktioniert einfach nicht so wie wir uns das vorgestellt haben. Wenn es nicht gar Probleme gibt, die man beseitigen möchte, so kommt dann meist schnell der Ehrgeiz und man möchte etwas erreichen. Etwas, was eben nach Harmonie und Verbindung aussieht, bitte wie  in diesen vielen schönen Videos. Also fängt man munter an, egal welche Methode man nun wählt, Dinge zu trainieren, die nach Harmonie aussehen. Das Pferd soll zu mir laufen auf Kommando, um mich rum galoppieren, steigen, sich hinlegen, neben mir laufen, frei mit einem auf dem Rücken durchs Gelände galoppieren am besten und und und. Die Frage, die ich mir irgendwann gestellt habe: Ist es wirklich Verbindung? Oder sieht es einfach nur schön aus, weil es gut trainiert ist? Will ich das wirklich? Es funktioniert, aber was passiert, wenn das Pferd wirklich die Wahl hat? Und ich meine wirklich die Wahl. Wenn man aussteigt aus dem Kreis von „Wenn ich das mache, machst du  liebes Pferd bitte das, und wenn du das nicht machst, naja dann gibt es entweder mehr Druck, gleichbleibenden Druck oder kein Leckerchen, solange bis du das machst, was ich möchte.“ Kann man nicht auch anders kommunizieren? Wie wird das Pferd nicht mehr zum reinen Befehlsempfänger?

 

Ich bin selbst viele Jahre diesen Weg gegangen und habe vieles probiert von Horsemanship über Clickertraining und Freiarbeit nach vielen unterschiedlichen Methoden. Ich konnte danach vieles mit meinem Pferd machen, aber eins hab ich mit diesen gängigen Mitteln, wenn ich ehrlich bin, nicht gefunden: wahre Verbindung.

 

Inzwischen bin ich davon überzeugt, dass die Verbindung in jedem Moment da ist, wenn wir und das Pferd (aber das wäre jetzt wieder ein anderes Thema) sie zulassen und nicht blockieren. „Aber ich will doch die Verbindung zu meinem Pferd, wie soll ich sie denn dann blockieren und nicht zulassen?“, magst du vielleicht denken.. Ja genau und das unbedingt Wollen ist schon die erste Blockade. Sobald ich etwas unbedingt möchte, entsteht ein Druck in mir und das Pferd spürt diesen Druck und entfernt sich eher als dass es freiwillig zu mir kommt.

 

Praktisches Beispiel

 

Zur Veranschaulichung möchte ich gerne ein Beispiel aufgreifen, das ich kürzlich mit einer lieben Kundin erlebt habe. Sie hatte genau diesen Druck in sich und wollte gerne mit ihrem Pferd gemeinsam durch die Gegend laufen, etwas mehr Energie sollte es sein. Wie fängt man das nun an, wenn man weder mit Leckerchen, noch mit Gerte und Konditionierung arbeiten möchte, das Pferd diesen Druck merkt und plötzlich nur noch das Gras interessant ist? Kurz und knapp, man arbeitet an sich selbst. „Was brauchst du, um mit deinem Pferd hier durch die Gegend zu laufen?“ habe ich sie gefragt. „Leichtigkeit“ war die Antwort. Wir gingen in das Gefühl der Leichtigkeit und sie sollte am Ende dem Gefühl in ihrem Körper Ausdruck verleihen und dem Nachgehen, was gerade in ihr ist. Gesagt getan, sie war ganz bei sich, frei von Erwartungen in der Leichtigkeit, ihr Pferd hob den Kopf ging weg vom Gras und kam zu ihr. Es kam nicht, weil es das so gelernt hat oder es vom Gras weggescheucht wurde. Nein, die Energie hatte sich verändert und sie hat es sofort gezeigt. Zufall könnte man meinen. Ich glaube nicht. Denn kurz darauf nach innigen Momenten, war der Kopf wieder mehr an und die Frage im Raum, was mach ich denn damit jetzt. Pferdchen verabschiedete sich sogleich zum leckeren Lieblingsbaum. In dieser Ecke war immer eine leichte Spannung zwischen Pferd und Mensch spürbar und so fragte ich nach dem Gefühl, was nun vorrangig war. „Ich bin doch auch noch da, kuck doch auch mal auf mich“ war die Antwort. So ging es nun darum diesen Knoten zu lösen. Der hat nun nicht wirklich etwas mit dem Pferd zu tun, sondern mit einer inneren Überzeugung und alten Verletzungen, die in all unseren Beziehungen Ausdruck finden und uns so einfach häufig blockieren. Im Alltag nehmen wir es meist  nicht bewusst wahr. Ohne ins Detail gehen zu wollen, hatte sie ihre Lösung gefunden und sie in die Tat umgesetzt: einmal tief eingeatmet und sich einen Moment der Aufmerksamkeit nur für sich geschenkt. Was dann passierte ist einfach wirklich wahre Verbindung, ein bisschen magischer Zauber. Genau in diesem Augenblick verabschiedet sich ihr Pferd vom Baum und kommt wieder schnurstracks auf sie zu. Vielleicht würde ich es nicht glauben, hätte ich es nicht selbst erlebt. Aber da ich sowas in meiner Arbeit nun regelmäßig erlebe bei mir selbst und anderen, weiß ich inzwischen, ich träume nicht. Wir waren beide zu Tränen gerührt. Man hätte das Pferd wegschicken können vom Gras oder die Hinterhand verschieben, um es zu sich zu holen und und und. Aber ja, es reicht auch nur das Verändern der inneren Einstellung und ein bisschen Zauberpulver;)

 

Das ist für mich das Finden einer wahren Verbindung. Und zwar nicht nur zum Pferd, sondern in erster Linie zu sich selbst. Das Pferd sucht Verbindung, wenn es die Möglichkeit dazu hat. Die gibt es aber eben nur, wenn wir in Verbindung zu uns selbst sind. Wenn wir unsere inneren Gefühle und Blockaden wahrnehmen und lösen. Wenn wir eben nicht nur mit dem Fokus beim Pferd sind, sondern unseren Fokus teilen können und ausdehnen auf uns und das Pferd. Und ja in dieser Verbindung ist alles möglich und nichts. Genau das, wozu beide in diesem Moment bereit sind. Mal gibt das Pferd einen Impuls, mal der Mensch. Zu Beginn dieser Arbeit an uns selbst sind es manchmal nur Augenblicke, in denen es uns gelingt, diesen Zustand des Fokus und der Freiheit in uns zu halten. Aber mit der Zeit werden diese Augenblicke immer länger und die Mühe trägt Früchte. Man kann nicht mehr damit aufhören, wenn man es einmal erlebt hat. Vorsicht der Weg geht nicht zurück;)

 

Diese Art der Verbindung, die auf Freiwilligkeit basiert, ist für mich die Basis, um ein Pferd zu trainieren. Erst dann macht ein Training beiden Spaß.

Kleiner Gedankeneinschub: Schon mal trainiert worden von jemandem, von  dem man gar nicht trainiert werden will? Ich ja. Ich habe in meiner Jugend ziemlich erfolgreich Rock´n´Roll getanzt und ich weiß wie wenig Spaß das macht bzw. was für ein Kampf das auch manchmal wurde, wenn es Unstimmigkeiten in der Beziehung zu dem gab, der da was von mir wollte. Übertragen auf das Pferd, wäre es nicht vielleicht sinnvoll erst etwas zu trainieren, wenn das Pferd freiwillig bei uns ist und auch etwas lernen mag?

 

Nun ohne große Umschweife in die Praxis. Was kann man im Umgang und Alltag mit seinem Pferd verändern, um etwas für die Bindung und Beziehung zu tun? Da dieses Thema echt unerschöpflich ist, habe ich mir überlegt, in den nächsten Wochen einfach Step by Step stetig neue Ideen, Vorschläge, Gedankenanstöße zu ergänzen. Heute kommt Nr 1!

 

 

#Tipp Nr. 1

 

Verbringe Zeit mit deinem Pferd einfach so!

 

Pferde verbringen die meiste Zeit des Tages in der Herde einfach miteinander ohne etwas wirkliches zu tun. Klar kommunizieren sie ständig über subtile und offensichtlichere Zeichen, aber durch die Gegend rennen, wie Menschen das von ihnen fordern, wohl kaum.

 

Wie kannst du die Zeit des Nichtstuns sinnvoll füllen? Zusammen gefasst, indem du deine Achtsamkeit, Präsenz und Wahrnehmung schulst.  Und mehr im Detail:

 

Gehe ohne Plan und Erwartung zu deinem Pferd und lerne es, genauso wie dich selbst, besser kennen!

 

Erwartungshaltung blockiert dich, du verpasst den Moment und bist nicht offen für die Schönheit des Augenblicks, wenn du etwas anderes geplant hast. Und was, wenn du es nicht schaffst, frei von Erwartungen zu werden? In erster Linie ist es immer wichtig, all das einfach wahrzunehmen. Nicht zu werten. Das Gefühl zuzulassen, auch zu fühlen, wie es einen vielleicht frustriert, dass man es nicht so schafft, wie man gerne möchte. Was auch immer es an Gefühlen mit sich bringt in exakt diesem Moment. Alle Gedanken, nimm sie wahr, aber halte sie nicht fest, lasse sie einfach weiter ziehen und richte deinen Fokus wieder auf das Jetzt. Dazu ist es oft hilfreich  sich auf seinen Körper, seine Atmung zu konzentrieren. Der Körper ist der Anker des Hier und Jetzt.

 

Beobachte mit allen Sinnen

 

Wie gut kennst du dein Pferd? Weißt du, welches Gras es am liebsten frisst? Welche Stellung hat es in der Herde und wie kommuniziert es mit seinen Herdenmitgliedern? Je besser du seine Mimik, Körpersprache und alles kennst, umso besser kannst du darauf später reagieren.

Nimm die Stimmung deines Pferdes über die Ferne wahr, schon bevor du überhaupt einen Schritt auf die Koppel machst. Wieviel Energie hat es heute, wie fühlt es sich, was kommt bei dir an? Sie können über die Ferne erkennen, ob der Löwe Hunger hat oder nicht. Wir können das auch, nur haben wir diesen Zugang teilweise ein bisschen vergraben.. Also hol die Schaufel raus und sei offen für das, was passiert;)

 

Nutze die Zeit zur Reflektion

 

Dein Pferd kommt vielleicht nicht freiwillig zu dir? Es möchte nicht von der Wiese? Gib ihm Zeit. Muss es sofort kommen, hast du Zeitdruck? Hinterfrage dein Tun.

Warum möchte es nicht kommen? Erwartet es etwas, worauf es keine Lust hat?

Strahlst du selbst vielleicht  Unsicherheit oder irgendetwas anderes aus, was es abhält zu dir zu kommen? Denk also immer daran, mit der Aufmerksamkeit auch bei dir zu bleiben. 

Was kannst du im Alltag mit deinem Pferd verändern, so dass es gerne zu dir kommt?

Wie sollten sich Besucher in deinem Zuhause verhalten und welche würdest du sofort vor die Tür setzen? Und verhalte dich ebenso deinem Pferd gegenüber.

Die Fragen, die da auftauchen, sind je nach Situation und Pferd-Mensch Beziehung sehr unterschiedlich. Diese hier sollten nur als ein mögliches Beispiel dienen für ein mögliches  Szenario.

 

 

#Tipp Nr. 2

 

Spiegle dein Pferd!

 

In der Regel erwarten wir, dass das Pferd uns folgt, uns spiegelt, anhält, losgeht so wie wir usw. Es wird auch viel genutzt im Clickertraining. Das Pferd kann das ganz gut! Wie sieht es aber mit unseren Qualitäten aus, unser Pferd zu spiegeln, uns ganz auf seine Bewegungen einzustimmen ohne etwas zu fordern und eine Übung im Kopf zu haben? Einfach bewegen und folgen in Verbindung  ohne Erwartungen an das Pferd? Ich bin der Meinung, was wir fordern, sollten wir ebenso gut beherrschen;)

 

Wie und warum so eine „einfache“ Übung einen positiven Effekt auf die Beziehung zu deinem Pferd haben kann, möchte ich nun näher  Punkt erläutern.

Wir alle  kommunizieren ständig über Bewegung und Körpersprache, ob wir wollen oder nicht, ob es uns bewusst ist oder nicht. Auch über viele andere Systeme kommunizieren wir, aber nun möchte ich meinen Fokus auf die körperliche Kommunikation richten.

Wir können nicht nicht kommunizieren! Wenn wir uns bewegen, hat das  immer einen bestimmten Grund. Die Entscheidungen darüber laufen meist im Hintergrund ab. Unser Gehirn nimmt uns die bewusste Arbeit ab und entscheidet aufgrund vorangegangener Erfahrungen, wo wir uns und wie wir uns am besten bewegen sollten. Wir gehen jemandem aus dem Weg, gehen den direktesten, oder einen längeren Weg, weil er im Schatten ist. Genauso entfernen wir uns von jemandem, der uns zu dicht kommt, wir verschränken die Arme usw. Wenn uns jemand sympathisch ist hingegen, verhalten wir uns sehr identisch. Wir  nehmen kurz  nacheinander gleiche Körperhaltungen ein, nehmen ein Bein über das andere, stützen uns am Tisch auf, lehnen uns im Stuhl zurück oder nehmen die Beine auf das Sofa.

Bei Pferden ist das nicht anders. Beobachtet man Herden, sieht man immer Pferde, die sich in die gleiche Richtung, gleichmäßig bewegen, kurz versetzt, aber in Verbindung (kann auch genau spiegelverkehrt sein). Die Art und Weise wie sie sich bewegen und dass sie sich bewegen, hat immer eine Aussage, auch wenn manchmal noch so subtil!

Für dieses Phänomen des Spiegelns gibt es ein physisches Korrelat: die Spiegelneurone in unseren Gehirnen, sowohl bei Pferd als auch bei Mensch.

All das ist nicht neu und wird in der Menschenwelt von Therapeuten schon lange auch bewusst genutzt, um aktiv eine Verbindung zu seinem Klienten herzustellen. Warum also nicht ein System, das in beiden Spezies vorkommt, auch artübergreifend nutzen?

 

Wofür ist das System der Spiegelneurone genau zuständig?

 

Es schafft Verbindung und Empathie. Es lässt uns genau das fühlen, was unser Gegenüber fühlt und zwar so als würde es uns gerade selbst passieren. Für das Gehirn macht es keinen Unterschied. Es sind genau die gleichen Neuronen aktiv, egal ob wir Beobachter oder Akteur sind. Sie ermöglichen uns sogar körperliche Empfindungen eines anderen zu spüren. Sie lassen uns vorausahnen, was sich gleich ereignen wird anhand abgespeicherter Handlungsvorlagen. Also kurzum, sie machen viele Phänomene, die mancher schon erlebt hat und oft als Unsinn abgetan werden, erklärbar. Es im Einzelnen zu erklären wie das genau funktioniert, würde den Rahmen sprengen und ist ohnehin in tollen Büchern nachzulesen.

Was für Beziehungen aber noch ganz interessant ist, da eben auch auf die Pferd-Mensch-Beziehung übertragbar,  ist  folgendes: Forscher haben herausgefunden, dass in guten Ehen, die über lange Jahre halten, ca. 80% aller Bewegungen vom anderen auch beantwortet werden. So ist es z.B. normal und automatisch in die gleiche Richtung zu sehen wie unser Gegenüber, wenn er seine Augenposition verändert. Wir folgen seiner Aufmerksamkeit. In „ schlechten Ehen“ oder aber bei Mobbing, nimmt die Reaktion aufeinander stark ab, bzw. bei Mobbing bleiben teilweise alle Aktionen des Mobbing-Opfers unbeantwortet.

 

Was heißt das für die körperliche Interaktion mit dem Pferd?    

 

Ganz einfach: Will ich das System der Spiegelneurone  aktiv für die Kommunikation und das Aufeinander abstimmen mit meinem Pferd nutzen, kann ich das über bewusstes Spiegeln; und das am besten in mehr als 80% der Fälle. Ein einfaches Beispiel von vielen möglichen: Geht mein Pferd einen Schritt vorwärts, gehe ich mit ihm gleichzeitig mit. Hält es an, halte ich an. Am besten ahne ich es schon voraus und initiiere die Bewegung. Auch das Vorausahnen ist ja wie bereits erwähnt eine Leistung der Spiegelneurone.  Irgendwann wird es völlig normal und zur zweiten Gewohnheit für Mensch und Pferd sich im Gleichtakt zu bewegen. Das Pferd geht automatisch mit, wenn du losgehst und es hält an, wenn du anhältst. Nur eines ist nötig: Geduld! Das geschieht nicht innerhalb einer Woche;)

Aber es gibt einen ganz praktischen Nebeneffekt dieser Übung: Sie schafft Präsenz und Aufmerksamkeit für den Moment! Eine der wichtigsten Fähigkeiten, die uns nicht nur im Kontakt mit dem Pferd hilft, sondern auch im Alltag!

Also werde kreativ und spiegle dein Pferd so exakt wie du kannst! Was kannst du noch alles spiegeln? Und welche Rhythmen in Einklang bringen? Atmung? Je genauer du dich bewegen kannst, wie dein Pferd, umso besser kannst du es auch spüren und wahrnehmen und weißt später genau, was es gleich als nächstes tun wird.

 

 

# TIPP Nr.3

 

Gehe mit dem Fokus vom Verstand in dein Herz!

 

Warum sollte das wichtig sein?

 

1. Um im Moment zu sein

 

Dein Verstand redet nur allzu gerne und schmiedet Pläne, was er nun als nächstes machen soll. Er macht sich Sorgen und erschafft aus Angst unschöne Szenarien in der Zukunft, die für den Moment meist absolut überflüssig sind. Was ist, wenn das nicht funktioniert und mein Pferd sich nicht für mich interessiert? Und und und. So schnell funktioniert dann gar nichts mehr. Der ununterbrochene Lärm lenkt einfach ab!

 

2. Um deine Wahrnehmung zu erweitern

 

Dein Kopf kriegt fast nichts von dem mit, was um ihn herum passiert. Wir haben da so eine Schranke, das Tor zum Bewusstsein: den Thalamus. Dort wird entschieden, welche 20-40 bits von 20000000 (Mio.) an Informationen überhaupt in unseren Neocortex, unser Bewusstsein, durchdringen sollen. Was uns nun genau bewusst wird, ist ganz unterschiedlich und hängt von unseren Vorerfahrungen und Prägungen ab. Das wiederum zeigt nebenbei bemerkt wie subjektiv unsere Wahrnehmung doch ist. Wir denken, was wir wahrnehmen, sei real. Nein, das ist es überhaupt nicht, das ist ein minimaler Bruchteil der Wirklichkeit. Minimal!!!

Damit noch lange nicht genug: Das Herz erhält nicht nur mehr Informationen, sondern diese auch noch schneller. Denn neuere Studien haben gezeigt, dass intuitive Informationen zuerst im Herz ankommen, bevor sie das Gehirn erreichen;)

 

Ergänzend kommen noch Informationen aus unserem Bauch (Solarplexus und Magen) hinzu. Auch wenn es nun hauptsächlich um das Herz geht, möchte ich dennoch das Bauchhirn erwähnen. Denn für eine erweiterte Wahrnehmung ist es unerlässlich, dass diese 3 Gehirne gut aufeinander abgestimmt arbeiten: Kopfhirn, Herzhirn, Bauchhirn.

Viele Dinge sind allen gemein: Alle 3 verfügen über ein eigenes Nervensystem, das Informationen verarbeiten kann. Nicht nur im Gehirn sind Nervenzellen, sondern genauso im Herz und im Darm (sogar eine Menge mehr). Diese bilden sich zu Beginn am gleichen Ort aus gleichem Gewebe, nur verändert sich dann im Verlauf der embryologischen Entwicklung ihr Bestimmungsort. Man könnte embryologisch betrachtet sagen, dass der Darm "nicht aufgestiegenes Gehirn" ist. Deshalb ist es wirklich ratsam auch auf seinen Bauch und sein Herz zu hören! Sie nehmen Dinge wahr, die der Kopf nicht bewusst fassen kann.

 

3. Um präzise, kraftvolle und authentische Informationen zu übermitteln

 

Das elektrische Feld des Herzens ist 100 mal und sein magnetisches Feld 5000 mal stärker als das des Gehirns. Dementsprechend ist auch seine Wirkung auf die Umwelt um ein Vielfaches größer. Praktischerweise ist es auch der größte Taktgeber im menschlichen Körper und kann so die anderen Rhythmen am leichtesten mit seinem synchronisieren. Diese Synchronisation, auch Kohärenz genannt, ist wichtig, um exakte Informationen auszusenden, die sich nicht gegenseitig widersprechen und boykottieren.

 

Denn alle 3 Bereiche können sehr wohl unterschiedliche gerichtete Wellen aussenden und tun das auch bei den meisten, was für eine eindeutige Aussage ziemlich kontraproduktiv ist und einem klaren JEIN gleichkommt. Auf welche Energie soll das Pferd denn reagieren, wenn alle etwas Unterschiedliches erzählen? Meist reagiert es auf das, was uns gerade nicht bewusst ist und kann uns dadurch eine große Hilfe zur Selbstreflektion sein. Nur um wirklich klare energetische Signale geben zu können, ist es dienlich, wenn wir es vorher schaffen unser System aufeinander abzustimmen. Wenn unser Gehirn, unser Herz und unser Bauch gleichgerichtet arbeiten haben wir nicht nur den besten „Empfang“, sondern auch die größte Power, den klarsten Fokus, um die exaktesten Informationen an unsere Umwelt auszusenden. Und genau das brauchen wir auch, wenn wir mit dem Pferd auf einer anderen Ebene kommunizieren wollen ohne ständig nur Chaos zu übermitteln. Diese Klarheit ist nötig, wenn man sich um Kommunikation und nicht Konditionierung bemüht.

 

 

Praktische Übungen, um den Fokus in deinen Herzbereich zu verlagern

 

1.Visualisierung

Du kannst dir z.B. vorstellen, wie du wirklich von deinem Kopf in dein Herz wanderst. Das kann ein Aufzug sein, eine Treppe, eine Feder, die nach unten schwebt oder irgendein anderes Bild, was dir zusagt.

 

2. Herzatmung

Durch das Herz ein und aus zu atmen, lenkt die Aufmerksamkeit dort hin. Verstärken kannst du das, indem du deine Hand auf dein Herz legst und auch noch den Herzschlag physisch spürst. Zusätzlich könntest du in das Herz deines Pferdes ausatmen und von ihm zurück wieder einatmen, so dass eine Verbindung, ein Kreislauf entsteht.

 

3. Positive Gefühle produzieren

Ja richtig! Produziere positive Gefühle, indem du tolle Momente in dir aufsteigen lässt! Du hast sofort mehr Strahlkraft!

 

Diese 3 Dinge helfen, um in einen kohärenten Zustand zu kommen, wie es das Heart Math Institut in zahlreichen Studien nachgewiesen hat. In der Kohärenz erzeugen Gehirn, Herz und Bauch ein gleichgerichtetes Wellenmuster. Wir sind energetisch gesehen geordnet und können viel klarer und zielgerichteter agieren.

 

Wenn du deinem Pferd aus deinem Herzen heraus begegnest, kann sich von einen auf den anderen Moment alles verändern!

 

Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren und eine tolle Zeit mit deinem Pferd!

 

 

 

 

 

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