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Nina Mathejczyk

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Kursbericht Elsa Sinclair 2018

November 20, 2018

 

Nur ein Jahr zuvor lernte ich Elsa und ihre Arbeit in Belgien kennen. Ich hab von ihr gehört und wusste irgendwie, ich muss da hin. Unbedingt, komme was wolle. Das war nichts Rationales. Ich habe schon unzählige Trainer live erlebt, immer auf der Suche nach dem, was sich tief in meinem Herzen richtig anfühlt. Es heißt so vieles frei und auf Augenhöhe und ist am Ende nicht das, was ich mir unter frei vorstelle. So begegnete ich auch Elsa mit einer gewissen Portion Skepsis und wartete auf den Moment, in dem ich sagen könnte: Auch nichts Neues, wie alle anderen…

 

Aber dieser Moment kam nie! Ich habe unzählige Fragen gestellt und dachte, ich hätte einen Haken gefunden. Alle Antworten waren tiefgründig und haben sich gut angefühlt. Ganz kurz: Ich war am Ende sowas von begeistert! Und noch vor der Abreise fasste ich den Entschluss, ich möchte für Elsa auch in Deutschland einen Kurs organisieren, denn ihr enormes Wissen und ihre besondere Art mit Pferden, muss einfach Verbreitung finden!

 

Kurz darauf war eine schöne Location gefunden, zahlreiche Nächte wälzte ich Gedanken hin und her und überlegte wie der Kursaufbau sein sollte. Workshop oder Clinic, oder beides? Reitplatz oder Paddocks oder Wiese. Wie viele Teilnehmer, wie viele Zuschauer? Gedanken über Gedanken, um möglichst allen gerecht zu werden.

 

Und dann die Kursausschreibung! Es erreichten mich unzählige Emails und Fragen, wie Elsa denn arbeitet. Arbeitet sie mit positiver Verstärkung oder mit negativer Verstärkung? Meine Antwort fiel immer ähnlich aus.. „Weder nur das eine, noch nur das andere und am Ende ganz anders als man es sich vorstellen könnte. Auf jeden Fall arbeitet sie ohne Leckerchen und ohne Gerte oder sonstige Ausrüstung. Und ich kann versichern, es ist anders als alles, was du bisher gesehen hast und so sehenswert.“

Am Ende Vertrauten knapp 80 Menschen meinem Urteil oder waren auch ohne näheres Nachfragen einfach interessiert. An dieser Stelle jedem Einzelnen ein riesengroßes Dankeschön für das entgegengebrachte Vertrauen!

 

Damit es für auch nicht Anwesende ein bisschen klarer wird, versuche ich nun einen kleinen Einblick zu geben. Da es so umfangreich ist, werde ich leider nicht auf alle Einzelheiten eingehen können. Und damit es kein Roman wird werde ich Stück für Stück immer neue einzelne Teilbereiche aufgreifen und weiter informieren. Und schon jetzt bin ich mir sicher, dass viele Fragen und Haken aufkommen werden. Denn ich schreibe und denke mir ständig: " Um das zu verstehen, müsste ich noch das und das und das erklären." Ich hoffe es wird nach und nach etwas klarer. Bei Fragen stellt sie gerne.

 

 

„First you go with the horse. Then the horse goes with you. Then you go together.“

Tom Dorrance

 

Das ist ein von Elsa sehr beliebtes Zitat, das die Entwicklung der Beziehung zu seinem Pferd in Kürze nicht besser beschreiben könnte. Zu Beginn orientiert der Mensch sich vollständig an seinem Pferd. Er lernt gute Entscheidungen zu treffen und selbst ein vertrauenswerter Partner zu werden, der die Grenzen des anderen in vollem Umfang respektiert. So entwickelt das Pferd eine intrinsische Motivation dem Menschen und seinen Entscheidungen zu folgen und ihnen zu vertrauen.

Später kann man das Pferd etwas fragen. Es hat immer die Wahlmöglichkeit auch nein zu sagen. Das heißt, man tut gut daran, zum richtigen Zeitpunkt nur so viel zu fragen, wie das Pferd bereit ist zu geben.

 

Es ist ein ständiger und fließender Wechsel zwischen Leadership und Followship. Das Wort gibt es nicht, aber sie nennt es so;) In der Schnittmenge dieses Wechselspiels entsteht Harmonie und Flow und auf Dauer eine sehr bewusste und belastbare Partnerschaft.

 

 

 

Die 4 Stadien

 

Alles, was das Pferd neu lernt oder womit es vertraut gemacht wird, durchläuft 4 Stadien. Dazu gehören auch bestimmte Distanzen oder Orte um das Pferd herum, mit denen es sich gut oder nicht so gut fühlt, genauso wie Berührungen des Körpers. Wenn das Pferd frei ist, wird es dies immer zeigen durch Weggehen oder andere eindeutige Signale.

  1. Intoleranz: Das Pferd toleriert etwas noch nicht mal eine Sekunde

  2. Toleranz: Das Pferd macht etwas, aber nur sehr kurz

  3. Akzeptanz: Das Pferd akzeptiert und macht es somit länger, hat weder positive noch negative Emotionen damit verknüpft

  4. Enjoyment: Das Pferd verknüpft die Tätigkeit mit positiven Gefühlen

Diese kurze Liste bringt noch ein paar mehr wichtige Grundideen von Elsas Training zusammen.

Es geht immer um die Emotionen des Pferdes. Man unterstützt es dabei, sich positiv zu fühlen und dadurch wird auch der Mensch mit positiven Gefühlen verknüpft.

Da das Pferd frei ist, hat man keine Möglichkeit es am Weggehen zu hindern, wenn es etwas nicht möchte. Die einzige Möglichkeit ist, den Reiz so überaus kurz zu halten, so dass er schon wieder weg ist, bevor das Pferd weg ist. Das Vorgehen ist also ganz anders als bei herkömmlicher Desensibilisierung und lässt dem Pferd eine Wahl, es darf sich ausdrücken und es darf gehen. Wenn es so eindeutig werden muss, war der Mensch zu lang an Ort und Stelle oder zu nah oder oder oder.. Ich denke es wird dabei klar, dass es darum geht, dass der Mensch die Grenzen lernt wahrzunehmen, so dass das Pferd gar nicht erst weggehen muss.

 

 

Passive – Assertive  - Dominant Leadership

 

In passiver Führung trifft der Mensch Entscheidungen für seinen Körper und das Pferd trifft genauso Entscheidungen für seinen Körper.

Im assertive Leadership stellt man eine Frage oder eine Bitte an das Pferd. (Ich würde assertive als zielorientiert übersetzen, aber es íst nicht eindeutig, wir haben schon viel darüber diskutiert;)

Das Pferd kann die Frage  mit ja oder nein beantworten. Wenn es mit Nein antwortet, bedeutet das nicht, dass der Mensch sein Vorhaben durchzieht bis zum Ende. Das ist wohl der bedeutendste Unterschied zu vielen anderen Ansätzen.

Man hat nun zwei Möglichkeiten. Entweder man wechselt zurück in das passive Leadership und lernt mehr über sein Pferd, investiert in die Beziehung, entwickelt weiter sein eigenes Gefühl und Timing, um später erneut zu fragen und dann ein Ja als Antwort zu bekommen

 

Oder

 

Man geht über in das dominante Leadership und pusht das Pferd über seinen Widerstand solange bis man ein Ja als Antwort bekommt.

 

Interessant dabei fand ich den Ansatz, dass ein Nein negative Emotionen auch beim Pferd auslöst. Jeder kennt die Situation, dass er um etwas gebeten wird und er würde gerne Ja sagen, aber um seine Grenze zu wahren, kann er nicht anders als Nein zu sagen. Man fühlt sich dabei äußerst unwohl, denn Ja zu sagen und mit jemand anderem in Harmonie zu sein, ist ein weitaus positiveres Gefühl.

 

Dasselbe gilt für die Pferde. Sie sagen auch viel lieber Ja, wenn sie es können. Darum ist es so wichtig eine gute Grundlage des Vertrauens zu schaffen, auf der Fragen gestellt werden können, die auch mit Ja beantwortet werden können. Oder eben im Umkehrschluss, stelle am besten nur Fragen, wenn du weißt sie werden sehr wahrscheinlich mit Ja beantwortet.

Dominante Führung, darunter kann sich jeder etwas vorstellen und wird häufig genug behandelt, so dass ich darüber nicht weitere Worte verliere. Nur kurz am Rande: Es bedeutet nicht aggressiv und gewaltvoll. Sondern einfach gegen den Wunsch des anderen in dem Moment. Auch ein Zug am Halfter ist bereits dominant. 

 

 

 

Passive Führung

 

In passiver Führung trifft der Mensch Entscheidungen für seinen Körper und das Pferd trifft genauso Entscheidungen für seinen Körper. Hier stellen sich Fragen wie: Was ist für das Pferd wichtig? (Stichwort: gute Pflanzen finden, Sicherheit, Herde bewachen) Worauf richtet es seinen Fokus? Wo mag es mich gerne haben und wo nicht?

Man trifft eine Entscheidung für sich an einem Ort zu stehen, das Pferd zeigt mit seiner Reaktion, ob es eine gute Idee war oder nicht und trifft ebenso eine Entscheidung für seinen Körper. Es geht darum so viele gute Entscheidungen zu treffen wie möglich, Funktionen der Herde mit zu übernehmen uvm, um an so vielen unterschiedlichen Orten um das Pferd herum und durch viele Aktionen mit positiven Gefühlen im Pferd verknüpft zu werden.

 

Wie sieht das praktisch aus?

 

Wer eine Entscheidung trifft, übernimmt die Führung. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass der Mensch seine Führung auf passive Art und Weise ausbaut, wenn er die erste und die letzte Entscheidung in einer Bewegungsabfolge trifft. Dazu braucht es Aufmerksamkeit, Timing und Gefühl. Wenn man spürt, dass das Pferd sich gleich bewegen wird, macht man kurz zuvor den ersten Schritt, geht mit ihm, solange es geht und macht noch einen Schritt mehr. Elsa bemerkte, dass es Pferde gibt, die einen nicht den letzten Schritt machen wollen und erzählte von einem Pferd, das deshalb immer weiter ging, um immer einen Schritt mehr zu gehen bis es irgendwann dann einfach mitten in die Herde galoppierte.

Wenn das Pferd sich bewegt, versucht man sich möglichst harmonisch mit ihm zu bewegen (kann auch auf große Distanz sein). Man spiegelt also ganz einfach seine Bewegungen.

Außerdem wechselt man auch die Orte um das Pferd herum. Nicht einfach so, sondern immer dann, wenn das Pferd den Fokus wechselt, oder wenn man das Gefühl hat, die Situation wird schlechter statt besser.

 

Dazu braucht es wiederum zwei Erklärungen.

 

„Wird es schlechter oder wird es besser?“

Ist die ständig begleitende Frage. Man kann so lange an einer Position bleiben, solange man das Gefühl hat, dass es besser wird, das Pferd sich noch mehr entspannen wird, positiver fühlen wird als zum momentanen Zeitpunkt. Bevor es schlechter wird, sollte man die Position wieder wechseln, sonst geht unter Umständen das Pferd.

 

Und dann noch die Sache mit dem Fokuswechsel.

Elsa geht davon aus, dass das Pferd positiver fühlt als im Moment zuvor, wenn es den Fokus wechselt oder Entspannungszeichen zeigt wie Kauen, Gähnen, Schnauben, tiefes Atmen. Da es darum geht, dass das Pferd uns an so vielen Orten wie möglich mit positiven Emotionen verknüpfen soll, wechselt man dann seinen Standort, um an einem neuen Ort wieder bis zum nächsten Fokuswechsel und möglichst positiven Gefühlen zu bleiben.

Kleinste Fokuswechsel sind schon ein Ohrflicken oder eine Augenbewegung oder von einem Rechtsseitigen Grasen zu einem linksseitigen Grasen. Dann gibt es natürlich auch größere Fokuswechsel wie ein Kopfheben also den Wechsel von Selbstfokus auf die Umwelt, andere Herdenmitglieder etc.

 

In Forschungen über Spiegelneurone und Paarverhalten zeigte sich, dass glückliche Paare zu 80% auf alle Veränderungen des Partners reagieren, sie unbewusst beantworten. In unglücklichen Ehen weitaus weniger. Dieses Prinzip erweist sich hier auch sehr nützlich. Nur ist der Partner in diesem Fall das Pferd und wir beantworten bewusst so viele seiner Fokusveränderungen wie möglich.

 

Im Allgemeinen nochmal zusammen gefasst: Es geht nicht darum, das Pferd zu irgendetwas zu bewegen, sondern möglichst kluge Entscheidungen aus Sicht des Pferdes zu treffen!

 

Weiter geht's die Tage mit Details über assertive  Leadership:)

 

Alles Liebe für dich!

Nina

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