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Nina Mathejczyk

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Durch inneres Wachstum zu sanfter Führung

June 6, 2018

 

„Das kann richtig gefährlich werden für dich und dein Pferd, wenn du nicht bestimmte Dinge übst und konsequent durchziehst!“ „Was machst du denn im Straßenverkehr? Da muss dein Pferd doch funktionieren“ „Mit Sporen wirst du dann wohl auch nicht reiten, wenn du ihn mal reitest oder?“

Hast du sowas auch schon gehört?

 

Ich habe wirklich viele Diskussionen durchgestanden im Laufe der letzten 9 Jahre und das sind ein paar wenige der Sätze, die mich durch Interpretationen der Menschen begleiteten. Ich glaube es sind Sätze, die immer wieder fallen und jeden beschäftigen, der nicht unbedingt einen durchwegs dominanten Führungsstil bevorzugt.

 

Es hat mich gewurmt, tierisch, damals. Heute nicht mehr, weil ich dadurch so viel dazu gelernt habe. Ich habe sie z.B. gehört als ich mich gegen einen sehr dominanten Trainingsstil entschieden habe, der mir und meinem Pferd nicht entsprach. Für viele  Menschen, gibt es nur schwarz und weiß. Wenn ich mein Pferd nicht verprügeln möchte, damit es anstandslos schnell für 10 m zurück weicht, dann hat es nicht den nötigen Respekt und im Gelände kann ich dann nicht für Sicherheit sorgen. Wenn ich nicht hauptsächlich dominant führe, dann führe ich gar nicht. Schwarz, weiß.

 

Über Führung schreibe ich heute, weil ich dir sagen möchte, dass der Führungsstil, der zu dir passt der Richtige ist! Nicht ausschließlich dominant zu führen, ist nicht gleichbedeutend mit gar nicht zu führen. Führung ist nicht abhängig von Dominanz, sondern hauptsächlich von unserer inneren Klarheit und Überzeugungsfähigkeit! Vertraut mein Partner mir anhand meiner Entscheidungen, die ich treffe, dass ich auch im Notfall gute Entscheidungen treffe? Oder entscheidet er in der Not eher selbst, da ich ihm in der Vergangenheit bewiesen habe, dass ich nicht gut für ihn sorgen kann? Dass mich seine Interessen und Bedürfnisse reichlich wenig interessieren? Was macht gute Führung aus? Mit Sicherheit nicht der Grad an Dominanz, der ausgeübt wird. Je dominanter ich führen muss, umso weniger sind meine innerlichen und charakterlichen Führungsqualitäten entwickelt. Je aggressiver ich agiere, umso mehr innere Baustellen und Verletzungen habe ich zu kaschieren. Warum wird aber diese ausgeübte Dominanz gegenüber anderen so oft noch als gut bewertet und ist fast normaler als ein gewaltloser Umgang? (Wobei Dominanz natürlich nicht immer gewaltvoll ist, nebenbei erwähnt;)

 

Meine Vermutung ist, dass in erster Linie die Angst der Menschen vor Gefahr und Kontrollverlust dafür sorgt, dass sofort alles schwarz gemalt wird und Panik verbreitet, wenn man sein Pferd heutzutage nicht mit Stick und Seilchen zurecht weisen mag. Das ist der Weg, der bekannt ist. Andere Führungsstile sind nicht so publik und erwecken eher den Anschein, man wäre vielleicht ein Weichei. Und ganz klar, Neues, was man nicht kennt, macht erst mal Angst!

 

 

Mein persönlicher Wendepunkt

Ich dachte soooooo lange, ich bin falsch, in meiner Art zu führen. Dann kam ein heilsames Erlebnis, das ich gerne mit dir teilen möchte:

 

In meiner Coachingausbildung bekam ich selbstgewählt die Aufgabe gestellt, ich sollte die beiden Ponys von ihrem Platz vertreiben, Raum nehmen also, und mich an diesen Platz stellen. Das ist für mich eine der herausforderndsten Aufgaben, weil es meinem Naturell einfach gar nicht entspricht und ich ohne einen Grund nicht nachvollziehen kann, warum ich das machen sollte. Nun gut, ich habe es versucht.. Und wie du dir denken kannst, ich bin kläglich gescheitert.

Die Ponys haben sich schlapp gelacht und ich mich über mich auch. 2 kleine Shettys, die sich keinen Millimeter bewegten. Aber ich hatte ja meine Aufgabe, die zu erfüllen war. Ich änderte einfach meine Strategie. Das Pony stand im Schatten, es war sehr heiß. In Gedanken erklärte ich ihm meine Aufgabe und sagte ihm, dass es sich einen tollen Platz ausgesucht hat und ob ich mich stattdessen zu ihm gesellen könnte. So ging ich zu diesem Pony, das vorher nicht von seinem Platz wegzubewegen war, hockte mich neben es in den Schatten.

Und ein Wunder: Nach ein paar Sekunden ging das Pony von seinem Platz und ich konnte seinen Platz einnehmen und meine Aufgabe war erfüllt. Alle kuckten mich an: Was hast du gemacht?

Ich war mir treu geblieben in meiner tatsächlich einfach eher passiven Art, in der ich dafür aber umso klarer und präsent sein kann. Um  zu sehen, ob ich das reproduzieren kann, sollte ich das andere Pony auch noch von seinem Platz schicken. Um es kurz zu machen, die gleiche Szene wiederholte sich mit dem zweiten Pony auch. Und ich war überglücklich und habe in diesen paar Minuten die für mich wichtigste Lektion gelernt:

 

Meine Art zu führen ist gut so wie sie ist für mich, weil es meine Art ist und ich dabei authentisch und klar bin! Ich muss mich nicht verbiegen und Dominanz vorspielen, wenn mir nicht danach ist! Das eine ist nicht schlechter als das andere, es ist einfach anders. Ich bin ich! Du bist du!

 

 

Sanftheit ist eine große Kraft und keine Schwäche

Solltest du nun eher so ein Softie sein wie ich, feiere deine sanfte Art! Es ist absolut ok! Du musst nicht anders sein!

 

Weißt du eigentlich wieviel Stärke hinter deiner Sanftheit steckt? Wie viel innere Größe, einen anderen neuen Weg zu gehen? Wieviel Kraft sich dem Gegenwind zu stellen und sich nicht durch Rückschläge entmutigen zu lassen? Wieviel Mut sich mit dir selbst  und deinem Innenleben auseinanderzusetzen?

Denn das ist unweigerlich erforderlich, um sanft führen zu können. Es braucht eine starke innere Ausstrahlung, Klarheit und Präsenz. Das wird oft verkannt!

 

Ich wusste es lange nicht und habe meine Sanftheit als Makel wahrgenommen in einer etwas raueren Welt. Immer mehr zeigt mir das Leben aber, dass meine Liebe und Sanftheit meine größte Stärke ist.  „Weißt du eigentlich, was für eine starke Waffe du da hast?“ hörte ich kürzlich und musste schmunzeln. Denn ja ich weiß es und du weißt es nun auch!

 

Keiner hat gesagt, dass es leicht ist, aber ich kann dir sagen, es lohnt sich! Es ist ein Weg zu dir selbst und dadurch auch zu einer tieferen Verbindung zu deinem Pferd. Es kommt wie immer auch hier auf die Sichtweise an!

 

Um diesen individuellen authentischen Führungsstil für sich und somit sein Pferd zu entwickeln, braucht man nur einfach Zeit und muss bereit sein zu wachsen und in sich zu investieren. Ist dieser Wunsch und diese Bereitschaft nicht gegeben, ist Dominanz zumindest der sicherere Weg. Die Fragen, die damit einhergehen, sind: Was ist dein Ziel und wie fühlt sich dein Pferd mit deiner Art zu führen? Kannst du wechseln? Findest du Balance?

 

 

Wie kann sanfte Führung bei Gefahr aussehen?

Ich erinnere mich dabei an eine Situation mit meinem Wallach Kahil im Wald. Ich habe ihn führen lassen, ihm die Entscheidung überlassen, wohin er gehen möchte und er übernimmt gerne die Führung und seine Augen werden vor Freude immer größer. In einer Sekunde merkte ich das Gefühl von Unsicherheit in ihm. Ich war wieder voll da, habe meinen Fokus darauf gelegt, wieder zu führen und habe meine Führposition wieder etwas nach vorne auf Höhe seines Kopfes verlagert. Von außen war somit nicht viel sichtbar, aber es reichte für ihn aus, um sich wieder entspannen zu können. Manchmal ist es eben nur ein Wechsel des Fokus im eigenen Kopf.

 

Für mich ist der grundlegende Baustein, wie schon erwähnt, die Arbeit an sich selbst, seiner Ausstrahlung, seiner inneren Ruhe und Gelassenheit, Soft skills wie man es auch nennt, Vertrauen der beiden Partner zueinander. Gute Entscheidungen im richtigen Moment. Und natürlich auch durchaus das Wissen oder die Fähigkeiten in einer Gefahrensituation so zu reagieren, dass man die Gefahr abwenden kann.

 

All das wurde mir nochmal sehr klar nach einem Erlebnis mit meinen beiden Pferden an der Hand, bei dem durchaus mehr Energie und Standhaftigkeit nötig war und ich durch bessere Entscheidungen zu früherem Zeitpunkt definitiv besser hätte führen können:

 

Beide grasten und ich stand vor Ihnen mit Blick den beiden zugewandt. Es kam ein Spaziergänger mit Hund und Kahil erschreckte sich, woraufhin beide an mir vorbei galoppierten; einer links, einer rechts. Super, dachte ich mir.. um mich selbst umzudrehen ist es zu spät, was tun? Innerlich war ich absolut ruhig, ich entschied so stehen zu bleiben, sie an mir vorbei galoppieren zu lassen, hatte das Bild vor Augen, dass sie hinter mir dann zum Stehen kommen und war mir dessen angstfrei völlig bewusst, es gab keinen Zweifel an einem positiven Ausgang für mich. Was passierte weiter? Ich stand wie ein Fels in der Brandung, ließ sie an mir vorbei galoppieren, lehnte mich ein wenig dagegen ins Seil, 1200 kg an zwei Seilen stoppten und begannen wieder zu grasen. Irgendwie spektaktulär und doch völlig unspektakulär.

 

Nur Sanftheit in diesem Fall? Nein nie und nimmer, ich brauchte auch die Dominanz des Seils, das sagte, hier ist Stop. Durch die innere Ruhe, brauchte ich allerdings sehr sehr wenig davon und beide Arten der Führung beginnen ineinander zu greifen.

 

Optimierungsfähig? Klar! Irgendwann reicht die eigene Präsenz und Verbindung zu den Tieren auch im größten Schreck aus, so dass sich das Seil noch nicht mal spannt. Und noch kritischer beäugt würde ich in einer ähnlichen Situation Ihnen schon vorher helfen, den Fokus vom Gras auf ihre Umwelt zu verlagern, so dass sie sich erst gar nicht erschrecken. Denn immerhin hatte ich ja die Gefahr als Erste gewittert. Das ist für mich Führung und entwickeln der eigenen Qualitäten.

Dazu gehört auch die Ehrlichkeit zu sich selbst, in meinem Fall: zu erkennen, dass man gepennt hat und mit einer früheren Reaktion und besseren Aufmerksamkeit diese Reaktion schon hätte vermeiden können.

 

Ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen, finde ich folgende Aussage von Elsa Sinclair, die ich im letzten Jahr in Belgien hörte, sehr passend: „Wenn ein Pferd in Panik gerät, hast du nur zwei Optionen: du kannst passiv reagieren oder dominant. Ein Fragen kommt nicht an.“ 

Wenn man nun also in einer Situation ist, in der ein passiver Ansatz in einem Fiasko enden würde, weil dazu nicht der Platz oder die Zeit ist, bleibt einfach nur Dominanz, um die Sicherheit aller zu gewährleisten, auch wenn man den passiven Ansatz bevorzugen würde.

 

Somit ist mir noch einmal wichtig zu erwähnen: Nur weil man generell für sich entschieden hat, seinem Pferd so viel Mitspracherecht wie möglich einzuräumen und eine passivere Art der Führung bevorzugt, heißt es nicht, dass man sämtliche Führung abgetreten hat und nicht im Falle der Fälle, wenn nicht anders möglich, auch nachdrücklicher etwas in die Tat umsetzt, um für Sicherheit zu sorgen. Führung hat so viele Gesichter, wie es Menschen gibt. Und ja führungslos, das gibt es auch, ist aber bestimmt nicht, was ich meine, wenn ich von sanfter Führung spreche;)

 

 

Wie sieht dein Traum von Führung und Beziehung aus?

Viele Wege führen nach Rom. Welcher entspricht dir am meisten? Wo fühlst du dich zuhause. Und ich meine wirklich zuhause. Was fühlt dein Herz und spricht es zu dir? Ich rede nicht davon, was du glaubst tun zu müssen, sondern welche Idealvorstellung hast du von deiner Beziehung zu deinem Pferd? Wenn alles möglich wäre, wie würde sie aussehen?

 

Ich hatte eine Vorstellung und ja, viele würden es als zu romantisch beschreiben und idealistisch und und und.. Aber es war und ist mein Traum und nichts und niemand hat mich von meinem Traum abgebracht, daran weiter zu arbeiten und zu forschen, wie der Umgang mit den Pferden immer noch sanfter und freiwilliger geht.

Nur mit deiner Vision im Kopf und im Herzen, beginnst du die nötigen Schritte zu gehen. Und ja es mögen Irrwege dabei sein, aber dein Herz und dein Pferd werden dir sagen, was für euch beide richtig ist. Fühle nach, fühle dich und fühle dein Pferd und sehe seinen Ausdruck bewusst an.

 

Mein kitschiges Bild ist die Verbindung, die in dem  Film Avatar zu sehen ist. Die Haare beider Wesen verschmelzen und man fühlt gegenseitig alles und ist irgendwie EINS.  Das ist es, was ich erforsche.  

Was braucht es wirklich noch anderes außer einer starken Verbindung auf Herzebene? Ist Konditionierung nötig, kann man wirklich ständig kommunizieren ohne zu konditionieren? Wieviel Achtsamkeit braucht es? Ist es überhaupt möglich?

Ich glaube, um das zu erforschen habe ich den besten Trainer in Form von Tuck an die Seite gestellt bekommen, wofür ich unglaublich dankbar bin. Aber ohne dieses Bild wüsste ich nicht, wonach ich suche.

 

Darum.. Wie sieht dein Traum aus?

 

Alles Liebe von Herz zu Herz!

Nina

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