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Kindererziehung ist auch nichts anderes als Pferdetraining?!

November 24, 2017

Mein Baby liegt auf dem Wickeltisch, es hat Schnupfen und bekommt kaum Luft. Der liebe antroposophische Kinderarzt hat mir eine Nasensalbe verschrieben, damit er besser Luft bekommt. Ok, ganz einfach, Salbe auf das Wattestäbchen und in die Nase schmieren. Das war der Plan. Mein Säugling fand das aber alles andere als lustig. Ganz im Gegenteil. Schon wenn ich in die Nähe kam mit dem Wattestäbchen hat er so laut und herzzerreißend geschrien und ALLES getan, damit ich ja nicht zum Ziel komme, nein mit Armen und Beinen um die Wette gestrampelt. Ok dachte ich mir, wie fast automatisch und ferngesteuert, kennst du doch irgendwie von der Desensibilisierung beim Pferd. Du machst das einfach so lange bis er sich beruhigt und dann hat er gelernt, dass ihm nichts Schlimmes passiert. Soweit die Theorie. Die Praxis hat mich eines besseren belehrt und ich habe meine Sichtweise auch auf die Pferde bezogen nachhaltig überdacht. Er hat noch mehr geschrien und er hat noch mehr gestrampelt und nein er zeigte nicht den geringsten Ansatz sich beruhigen zu wollen und sich damit abfinden zu wollen, dass er die Prozedur über sich ergehen lässt. Ich konnte es auch nur kurz aushalten, denn wem würde das hier nutzen? Meinem Sohn definitv nicht, er sammelt nur gerade die Erfahrung wie hart das Leben sein kann und dass seine Mama sein Bedürfnis gerade ignoriert und nicht auf ihn eingeht. Das wurde mir glücklicherweise sehr schnell klar, es waren Augenblicke und ich war erschrocken über mich selbst, wie ich auf diese Idee kommen konnte.  Ich war so verhaftet in Theorie und Pferdeverhalten, dass ich es tatsächlich auf mein Kind übertragen habe. Und gleichzeitig war ich schockiert, dass ich vorher nie gesehen habe, was es mit den Pferden macht. Es ergeht Ihnen nicht besser. Ja sie tolerieren alles irgendwann, weil es für sie keinen anderen Ausweg gibt. Und es gibt einen entscheidenden Unterschied! Sie schreien nicht so laut! Sie leiden stumm, sie erstarren, die Augen werden trübe. Mit welchem Recht arbeitet man somit den Pferden? Geht es nicht auch anders? Wie es anders geht, weiß ich inzwischen, aber das ist heute nicht das Thema. Der Moment war einfach sehr entscheidend, er hat mich wach gerüttelt. Pferde und kleine Kinder sind was das Bewusstsein angeht, mit dem sie die Welt erleben, sehr ähnlich. Deshalb verstehen sie sich auch so wortlos, wenn wir uns nicht einmischen;) Warum aber meinen wir sie unterschiedlich behandeln zu müssen?  

 

Woran dachtest du bei dem Satz "Kindererziehung ist auch nichts anderes als Pferdeerziehung"? Bei der Behauptung stellen sich doch erst mal die Nackenhaare auf oder? Macht sich ein wenig Empörung breit? Das kann man doch nicht vergleichen? Aber doch ich meine es wirklich so, aber vielleicht anders als gedacht. Denn Erziehung und Training bezieht sich auf die Funktion und das Ergebnis, das nach außen hin  präsentiert wird und sowohl Kind als auch Pferd gesellschaftstauglich machen soll. Es werden bestimmte Verhaltensweisen eingeübt, die dem Kind oder Pferd nicht immer unbedingt ein Mitspracherecht einräumen. Kinder lernen sehr früh, was Eltern von Ihnen erwarten und lernen die Konsequenzen kennen, falls sie sich nicht so verhalten. Ja das ist das Leben, mag man meinen. Wirklich? Kann es nicht auch anders sein? Ich hätte mir gewünscht, dass egal, was ich angestellt habe, nicht mit mir geschimpft worden wäre, sondern ich auch Gelegenheit gehabt hätte, mich zu erklären. Ich hätte mir gewünscht, dass ich nicht eine Wolke von Ärger erlebt hätte, die über dem Haus hing, wenn ich etwas nicht erwartungsgemäß erfüllt hatte, sondern ein klares und freundliches Gespräch über die eigenen Bedürfnisse, das auch Platz hat für meine. Vor allem hätte ich mir Verständnis gewünscht.  Anerkennung für das, was gut war, statt Tadel für das was nicht gut war, wäre viel zielführender gewesen. Ich hätte mir Zuwendung und Aufmerksamkeit gewünscht, einfach nur so, weil ich ich bin. Weil ich so wie ich bin, auch mit Fehlern einfach ein Recht darauf habe, verdammt nochmal geliebt zu werden. Ich war klein und habe viele Dinge nicht verstanden, warum ich das so tun sollte. Ich habe erforscht und es kam mir einfach gar nicht in den Sinn, dass ich gerade was falsch mache. Ich hätte es nicht getan, wenn ich es gewusst hätte, denn nichts schmerzte so sehr, wie der Unmut über meine Fehler und Unzulänglichkeiten. Ich hätte mir gewünscht, nicht perfekt sein zu müssen und gewisse Erwartungen zu erfüllen, um zu merken, dass ich geliebt werde. Ich hätte mir so sehr einfach nur Liebe ohne Bedingungen gewünscht, aber das kam nicht an. Ich hätte mir gewünscht, dass jemand merkt, dass ich nur so angepasst und artig bin, weil ich mich sonst noch einsamer und ungeliebter gefühlt hätte. Aber es hat niemand gesehen und gefühlt wie traurig und allein ich war, die Erziehung hat funktioniert, ich war ein artiges Kind mit später den besten Noten, guten Leistungen im Sport usw, aber um welchen Preis? Was hättest du dir gewünscht als Kind? In uns allen ist dieses verletzte Kind. Wir sind ja trotzdem alle groß geworden, sollte nun nicht das Maß der Dinge sein. Wir können es heute verändern bei der nächsten Generation. Wie gelingt es dir heute das mit deinen Kindern umzusetzen? Was hält dich davon ab, es heute anders zu machen? Welche Muster deines eigenen verletzten Kindes werden im Zusammensein mit deinem Kind aktiv? Ich verurteile das nicht, ich weiß wie schwer es ist und wir sind alle nicht perfekt, ist auch gar nicht das Ziel. Ich bin mir lediglich bewusst, dass wenn ich irgendwie überreagiere, gerade zwei Kinder sich unterhalten und nicht mehr der Erwachsene mit dem Kind, so wie es sein sollte. Ich als Mama, du als Mama oder Papa, wir dürfen heilen und dann wird eine Beziehung ohne Erziehung/Dressur möglich sein! Sie findet auf Augenhöhe statt, nicht von oben herab, der Kontakt ist gleichwertig, weil man die innere Größe in dem kleinen Wesen klar sehen kann und sie respektiert. Kinder machen nichts ohne Grund, sie reagieren auf das, was in ihrer Umgebung passiert, soviel feinsinniger noch als wir es manchmal wahrnehmen oder noch bevor wir die Spannung in der Luft merken. Das Kind hat nie die Verantwortung für die Qualität unserer Beziehung, die liegt immer bei uns!  Leider stillen wir unsere unerfüllten Bedürfnisse und Unzulänglichkeiten oft durch die Kinder oder die Pferde! Ja da kommen die Pferde ins Spiel. Eindeutig! Alles Beschriebene ist genauso auf sie zu münzen. Wir wollen geliebt werden, wir wollen Aufmerksamkeit, wir wollen die Löcher stopfen, die da sind. Und wenn wir nicht lernen uns diese Liebe, oder was auch immer uns fehlt, selbst zu geben, sind wir abhängig und instrumentalisieren und gebrauchen andere, die sich so verhalten sollen, wie wir es brauchen, um uns besser zu fühlen. Sehr offensichtlich nutzen wir dazu die Pferde, aber auch wenn wir ehrlich sind, die Kinder. Sich das bewusst zu machen hilft, um es zu verändern. Erkennen und Beobachten ist der erste Schritt. Du gehst zu deinem Pferd und es kuckt dich nicht mit dem A..... an? Bist du traurig und frustriert und beziehst es auf dich? Warum trainierst du dein Pferd und machst Freiarbeit und sagst das Pferd macht das freiwillig, wenn es das doch nur tut, weil am Ende eine Belohnung wartet oder ein Gertenhieb oder ein Piekser mit dem Sporen? Welches Gefühl fehlt dir? Was suchst du bei deinem Pferd? Wie unabhängig bist du von deinem Pferd? Es soll alles immer freier und freiwillig sein, vielleicht um ein Gefühl der Verbindung und der Liebe zu nähren? Aber wie freiwillig ist das Ganze wirklich? Was ist es bei dir?
 

Kann Erziehung/Training nicht auch anders gelingen?

 

Was wäre wenn wir statt Erziehung und Training die Beziehung in den Vordergrund rücken? Das Endresultat sieht nach außen hin für viele gleich aus. Das Pferd folgt dir über die Wiese, das Kind ist „artig“  im einen Fall und genau das Gleiche im anderen Fall. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied. Das Gefühl, die Ausstrahlung, die Freiwilligkeit und Unabhängigkeit. Es nutzt keinem was, wenn es nur so aussieht als ob. Das wird unseren Mangel nie ausgleichen, es fühlt sich nur immer leerer und sinnbefreiter an. Führen wir hingegen tiefe Beziehungen, statt Verhaltensweisen an oder abzutrainieren, können beide wachsen und auch heilen. Trainieren, erziehen wir, steht einer oben und einer unten. Aber es verliert nicht nur der, der unten steht, auch der, der oben steht, verliert eine Menge an Beziehungsqualität und auch Möglichkeit zu persönlicher Entwicklung und Reife. In einer Beziehung unterstützt man sich gegenseitig auf seinem Weg. Man wird sich bereichern und voneinander lernen, miteinander wachsen. Am Ende sind zwei in der Beziehung um eine Ecke selbstbewusster, selbstsicherer, entwickeln Vertrauen, lernen zu Fehlern zu stehen, zu vergeben, lernen Liebe zu geben, die nicht an Bedingungen geknüpft ist. Wir lernen doch sowieso unser ganzes Leben, also warum nicht auf einer Ebene, auch mit den scheinbar Kleineren. Sie haben einen anderen großen Vorsprung. Sie sind der Quelle näher und haben noch weniger Verletzungen erlebt als wir. Wenn wir in ihren Augen das Reine, Unberührte erkennen, können wir es auch in uns leichter wieder finden. Und sie reagieren zu Beginn einfach klar, authentisch und unverstellt. Erziehung nimmt Ihnen dieses Gut, was wir uns wieder erarbeiten dürfen. Sie lernen von uns ihre Gefühle zu unterdrücken und nicht wie sie ihre Gefühle ausdrücken können ohne die des anderen zu verletzen oder wie sie für sich und ihre Bedürfnisse einstehen können, um stark durchs Leben wandeln zu können. Die Wahrheit ist, wir haben es meist selbst nie gelernt und können die starken Gefühlsausbrüche manchmal nur schwer aushalten, je nach eigener Gemütslage in dem Moment.

Pferde sollen ihre Emotionen und Bedürfnisse besser sowieso gar nicht ausdrücken, es könnte ja gefährlich werden, wir haben Angst vor Kontrollverlust und die leichte Bedienbarkeit geht abhanden. Pferde sollen lieber früh eingeritten werden, sonst ist ihr Willen vielleicht schon zu stark und sie wehren sich mehr.. Das Pferd zeigt über sein Ohrenspiel eindeutig, dass ihm das, was von ihm gefordert wird, keinen Spaß macht. Dann trainieren wir doch einfach, dass die Ohren nach vorne kommen und es wieder schöner aussieht. Was ist das für eine Logik??? Bei jeglicher Aggression, die aufkommt, meist ja durch unsachgemäße Behandlung, ist das Pferd rotzfrech oder es braucht mal ordentlich eins zwischen die Rippen. Ernsthaft? Das kann nicht der Weg sein.. Sie reagieren in der Regel doch nur auf unser Verhalten, auf unsere Unsicherheiten oder mangelnden Führungsqualitäten und wenn man ehrlich zu sich selbst ist und in den unangenehmen Momenten reflektiert, kann man eine Menge über sich selbst lernen und über sich selbst hinaus wachsen.

Natürlich haben auch Pferde und Kinder noch andere Beweggründe so zu handeln, wie sie es tun, nämlich oft eigene Verletzungen, die ebenso heilen dürfen. Da hilft aber auch kein Brüllen und Maßregeln, das verschließt den Weg für Weiterentwicklung im positiven Sinne! Es ist eine große Gelegenheit in der jetzigen Zeit bewusst mit seinen Lieben zu wachsen und sich zu erkennen, in dem was sie uns mit ihrem Verhalten zeigen. Es wäre eine Verschwendung sie nicht zu nutzen. Genauso wie wir von Ihnen lernen, lernen sie mit uns. Wir begleiten uns gegenseitig. Das ist Beziehung, gleichwertig, keiner ist des anderen Knecht oder Prügelknabe, weder Pferd noch Kind. Dieses innere Wachstum ist auch der größte intrinsische (innere) Motivator für alle!

 

Wenn wir selbst innerlich wachsen und heilen, benötigen wir keine Methoden mehr und müssen nicht mehr auf Belohnung und Strafe (das neumoderne Wort ist Konsequenzen) zurückgreifen. Wir stehen dann in Kontakt mit uns und unserem Kind, unserem Pferd, wir können fühlen, selbst verletzlich und offen sein und ehrlich reagieren, wir müssen dann nichts verstecken. Es ist keine Schwäche, zu seinen eigenen Defiziten zu stehen, sondern vielmehr so zu tun, als gebe es diese nicht. Dann müssen wir um unser Gesicht zu wahren auf andere Möglichkeiten zurückgreifen und unsere Kinder und Pferde dressieren. Wir können auch durch unsere innere Größe und unser inneres Leuchten führen, ein Vorbild sein und zur Orientierung dienen. Wenn wir der Fels in der Brandung sind, bringt uns nichts aus der Ruhe und so absurd es klingt, aber die Wellen um uns herum werden automatisch immer kleiner werden, je fester wir als Fels stehen.

 

Nenn mich naiv, aber ich träume von einer Zukunft, in der wir uns nicht mehr voreinander verstecken müssen, in der wir ehrlich und offen sind, in der wir Kinder und Tiere als gleichwertig erkennen und vor allem auch behandeln, in der wir uns gegenseitig unterstützen auf unseren Wegen und gemeinsam unser ganzes Potential entwickeln. Die Zeit für Veränderung ist Jetzt und sie beginnt in jedem von uns ganz persönlich!! Und ich bin überzeugt: Führung in einer Beziehung kann sanft gelingen, denn so wie die Motten zum Licht fliegen, stehen wir alle auf leuchtende charismatische Persönlichkeiten und schließen uns Ihnen gerne und freiwillig an. Wenn du dich von deinen Kindern und Pferden an die Hand nehmen lässt, lernst du von Ihnen genau so ein Leuchtturm zu werden!

 

 

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