• Nina

Ist das Pferd nur ein Spiegel?

Aktualisiert: Apr 16


"Ja es ist der klarste Spiegel, der mir je begegnet ist und ich lerne unglaublich viel über mich und mein Leben!", rufen die einen.

"Nein, das Pferd ist ein Individuum mit seinen ureigenen Charakterzügen!", meinen die anderen.


In meiner Realität verbindet sich beides zu meiner Wahrheit. Denn ich sehe das ganze Leben als Spiegel und dennoch ist jeder ein Individuum. Ich möchte kurz erklären wie genau ich das meine.


Einfaches Beispiel:

Du gehst über die Straße und es lächelt dich jemand freundlich an. Du kannst fast nicht anders als zurück zu lächeln. Jemanden, der ganz schön missmutig und ärgerlich drein kuckt, anzulächeln fällt hingegen schwer.

Der Mensch, der lächelnd durch die Gegend läuft wird sagen: "Ui sind die Leute heute aber freundlich!" Und der andere wird sagen: "Wie immer, es laufen nur unfreundliche Menschen durch die Gegend!"


Das worauf wir den Fokus richten, das wird unser Gegenüber uns zeigen. Wir projizieren durch unsere Filter auf jemand anderen und umgekehrt und mit der objektiven Realität hat das nie etwas zu tun!


Wie sieht das bei Pferden aus


Genauso ein Pferd: Reagieren wir z.B. über und werden emotional und ungerecht wird das Pferd uns das zurück spiegeln, klar, ehrlich und rein. Je nach Vorerfahrung und Charakterzug auf seine ganz eigene Art und Weise. Nehme ich meine beiden, Kahil und Tuck als Beispiel: Kahil würde, wenn er gut drauf ist, mich anrempeln, mit dem Kopf schütteln, Ohren anlegen, wenn er richtig schlecht drauf ist, treten oder das Androhen. Tuck würde ganz anders reagieren: Er würde wahrscheinlich weglaufen, wäre nervös und eingeschüchtert.. Durch diese unterschiedlichen Reaktionen wird wiederum vielleicht ein unterschiedliches Licht auf meine innere Reaktion geworfen und unterschiedliche Teile beleuchtet. Ich ordne vielleicht anders ein. Aber beides ist eine Reaktion auf mein Inneres in dem Moment.


Durch ihre unterschiedlichen Vorerfahrungen, reagieren sie ihrer Charakterzüge und vielleicht auch ihrer Traumen entsprechend, aber eines auf jeden Fall: sie spiegeln! Genauso wie jeder Mensch es tut. Mich pampt jemand an: Je nachdem kann es sein, dass man zurück pampt oder seine eigenen Grenzen wahrt und freundlich klar macht, dass man so nicht mit einem umgeht oder man zieht eingeschüchtert von dannen und bezieht das Ganze auf sich.


Gibt es Unterschiede zwischen Pferd und Mensch in ihren Spiegelungen?


Der einzige Unterschied zu Pferden ist, dass sie in ihren Reaktionen keinerlei Masken aufsetzen. Sie reagieren ohne darüber nachzusinnen und sich an erlernte Etiketten zu halten.. Wir Menschen reagieren nicht immer authentisch.. Pferde schon, auch wenn vielleicht aus einem Trauma heraus. Wenn es auch da wieder Einschränkungen gibt, denn ja auch Pferde werden manchmal so tot konditioniert, dass sie sich in ihren Antworten zurück halten, um nicht noch mehr ertragen zu müssen. Das natürlich nur in den schlimmsten Fällen.


Und auch da ist wieder eine Parallele zu entdecken! Auch wir Menschen je freier wir uns entwickeln durften und schon als Kind gelernt haben unsere Gefühle zu fühlen und auch zu zeigen, umso leichter wird es uns fallen, das auch im späteren Leben zu tun. Umso authentischer werden wir anderen zurück spiegeln. Bei Tieren ist es nicht anders.



Warum werden aber Pferde so hervorgehoben für ihre Authentizität und Spiegelarbeit?

Ganz einfach, als Fluchttiere können sie so genau lesen, was im Gegenüber los ist, weil sie es immer mussten, um ihr Überleben zu sichern. Sie reagieren ungefiltert darauf und man nimmt es Ihnen nicht krumm. Es wird Ihnen keine Absicht unterstellt. Man schenkt ihrer Antwort Glauben und kann sie viel leichter annehmen, weil sie ganz vorwurfsfrei vorgetragen wird und man auch noch gleich merkt, wenn man sich verändert, reagiert auch das Pferd von einem Moment auf den anderen anders.

Die wenigsten Menschen reagieren so fein. Es kommt sehr auf den momentanen Entwicklungsstand an. Wie frei von Mustern kann ich reagieren? Und reagiere ich augenblicklich anders, wenn der Mensch mir gegenüber sich verändert, oder bin ich vielleicht noch nachtragend und weiterhin in der Situation vorher gefangen? Aber auch diese reinen Spiegel gibt es und ich kenne welche. Und ich habe es selbst schon erlebt, dass ich gemerkt habe, ich reagiere gerade genau so, weil es dem anderen gerade nützlich ist und sein Verhalten spiegle und gar nicht wegen mir. Manchmal zeigt es sich darin, dass der andere an die Decke geht und man selbst total ruhig ist, aber im Grunde ist es einfach ein Gefühl zu sehen und zu wissen, was man gerade dem anderen zurück spiegelt, was der andere dadurch lernt und was man selbst dadurch lernt durch die Spiegel, die man von anderen vorgehalten bekommt.

Eigentlich ganz einfach: So wie es den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

Es ist ein einfaches Prinzip, das Pferd wird deshalb nicht nicht in seiner Individualität gesehen. Es ist wie wir alle Spiegel und Individuum.

Aber ist das Pferd immer nur Spiegel und die Themen immer bei mir? Es hat doch auch seine Themen?


In einem normalen Coachingprozess liegt das Augenmerk ganz einfach auf den Themen des Menschen. Es gibt Themen, die betreffen nur den Menschen und Themen, die betreffen nur das Pferd (die wenigsten), und dann Themen, die beschäftigen beide und es fällt bei Pferd und Mensch auf Resonanz. Wenn das Thema im Menschen gelöst ist, ist allerdings das oft schon mehr als die halbe Miete und das, was beim Pferd noch übrig bleibt, ist viel leichter zu lösen.

Menschen neigen dazu, ihrem Pferd helfen zu wollen: Da kommen Osteopathen, Trainer, Heiler, Tierkommunikation, alles Mögliche. Und das ist natürlich super so, da ist nichts Falsches dran. Nur wenn es um innere Themen geht, die beide angehen, ist es sehr hilfreich sie erst bei sich zu lösen und dann das Pferd zu unterstützen auch weiter zu gehen. Es öffnet überhaupt erst den Weg dahin.


Es ist wie im Flugzeug. Wenn du dir nicht zuerst selbst die Sauerstoffmaske aufziehst, kannst du absolut niemandem helfen.



Wie finde ich nun heraus, wessen Thema sich in einem gemeinsamen Problem ausdrückt?


1. Du erlernst den kinesiologischen Test und fragst einfach nach. Der Armlängentest ist ganz gut im Interview mit Tanja Voss beschrieben ab Minute. Findet man bestimmt auch andere Videos dazu (Link auch in der Bio)

2. Du löst dein Thema auf und siehst, ob noch etwas übrig bleibt. Und arbeitest dann damit weiter. Ist tatsächlich auch in der Medizin eine gängige Praxis zur Differentialdiagnose. Erst etwas probieren, hilft nicht? Weiß man es ist das andere😉 Und da wir ohnehin erst das Problem bei uns lösen sollte, ist die halbe Miete dann schon geschafft.

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